FREUNDSCHAFT – LEIDENSCHAFT – KUNSTVERSTAND

Die SAMMLUNG ROOSEN-TRINKS zieht von Berlin nach Schleswig-Holstein

Statements von Wegbegleiter*innen

Video: TextNetz [:] Agentur für Medienkommunikation
Foto: Martin Peterdamm

Ingrid Roosen-Trinks ist Sammlerin der ersten Stunde und über die Jahre hat sich aus der Sammelleidenschaft eine langjährige, wunderbare Freundschaft entwickelt. Sie gehört zu den Sammlerinnen, die es sich auf die Fahne geschrieben hat, eine lange Reise mit einem zu unternehmen, der Anfang dieser Reise war 2006. Da lernten wir uns kennen, in Berlin auf einer der vielen Kunstmessen, die es dort damals gab.

Jetzt wird ein neues Kapitel aufgeschlagen.
Die SAMMLUNG ROOSEN-TRINKS zieht weiter.
Das Open House Konzept, welches jahrelang in Berlin seinen Anfang nahm und vielen Kunstbegeisterten die Türen öffnete, um so in unbefangener Atmosphäre die Grenzen zwischen high & low Art auszuloten, wird ein neues Zuhause bekommen. Von der Großstadt Berlin aufs ruhige Land, ein gewaltiger und vielleicht auch gewagter Sprung. Das Land darf sich freuen bzw. seine Bewohner und Besucher. Ich denke, die SAMMLUNG ROOSEN-TRINKS ist in seiner Zusammenstellung einzigartig und in ländlichen Gegenden vermutlich noch besonderer.

Thorsten Brinkmann, Künstler

Eine gute Privatsammlung zeichnet sich durch ihre Einzigartigkeit und Handschrift der Sammelnden aus. Sie ist weder generisch, noch folgt sie stets wechselnden Diskursen. Eine gute Privatsammlung ist ein lebendes Universum – aus vielen Jahrzehnten gesammelten Herzblut-Werken, die in ihrer Gesamtheit einen Kanon erzeugen, der nicht nur dem persönlichen Blick der Sammelnden entspricht, sondern auch eine Einladung an die Besuchenden ist, mit diesem Blick auf die Welt in einen Dialog zu treten.

 Während der wechselnden Berliner OPEN HOUSE Ausstellungen habe ich die Sammlung Roosen-Trinks immer wieder als einen sehr persönlichen Ausdruck der Sinnlichkeit, des vielschichtigen Humors und der nachdenklichen Lebensfreude kennen und lieben gelernt. Das OPEN HOUSE bot dabei auch die Gelegenheit zu anregenden Gesprächen und interessanten Begegnungen mit vielen Künstler*innen, Kurator*innen und Kunstliebenden. Denn Kunst braucht einen Resonanzraum. Nun hat die Sammlung einen neuen Ort auf dem Land gefunden und ausgerechnet in Angeln. Das passt! Der englische Begriff gone fishin‘ beschreibt im Rückzug vor allem auch den Akt der kontemplativen Zentrierung. Gespannt können wir in die Zukunft blicken!“

Bjørn Melhus, Künstler

Als ich Ingrid und Helmut Roosen-Trinks zum ersten Mal in Berlin begegnet bin, war ich sofort fasziniert von diesem Paar und ihrer vielfältigen und verblüffenden Sammlung. Eine tiefe Sensibilität fiel mir in den Arbeiten auf und eine gewisse Rätselhaftigkeit – ein Thema, das mich selbst viel beschäftigt. Das Konzept Open House Berlin ist großartig, um jungen Künstlern und Künstlerinnen eine Plattform zu bieten, von der ich selbst profitiert habe. Nun habe ich gehört, dass Ingrid und Helmut vorhaben, diese Idee auch auf dem Land in Schleswig-Holstein fortzuführen, dort soll die Sammlung eine noch interaktivere Form annehmen.

Gesicht, Verhüllung, Maske und Spiel – also Konstruktionen von Formen und Identitäten – sind Themen, welchen ich in meiner Arbeit immer hohe Relevanz beimesse und sind gerade auch dominierende Motive in der Sammlung Roosen-Trinks. Ich bin gespannt, Ingrid und Helmut weiterzuverfolgen.

Maria Thurn und Taxis, Künstlerin

Foto: Martin Peterdamm

Im Jahr 2014 haben mich Freunde in Berlin eingeladen, sie zu einem Open House Event bei Ingrid Roosen-Trinks zu begleiten. Ich war begeistert, wie vor Ort über die aktuelle Ausstellung gesprochen wurde. Wenig später habe ich mich dort selbst in einem Gespräch über zeitgenössische Kunst wiedergefunden. Während zahlreiche Veranstaltungen angestrengt versuchen, an das Format des Salons des 19. Jahrhunderts anzuknüpfen, haben die Open House Events bei Ingrid, ohne dabei zu bemüht zu wirken, genau das geschafft.Die Idee, die Kunst nun aufs Land zu holen, gefällt mir sehr. Jetzt muss sich das Publikum bewusst auf eine Reise begeben. Es verlässt den von Sinneseindrücken überfluteten, urbanen Kontext, nimmt sich bei einer Landpartie Zeit für Kunst und verschafft sich Raum für Reflexion.

Kathrin Kampmann, Künstlerin

Gleich bei meinem ersten Besuch der Sammlung Roosen-Trinks war es ein Vergnügen, die Arbeiten den jeweiligen Künstlern zuzuordnen. Bei den meisten Arbeiten gelang das auch, bei den restlichen gab die Gastgeberin gerne Auskunft. Ich fühlte mich direkt familiär aufgehoben, da ich dort überraschend viele Bekannte traf, Sammler als auch Künstlerkollegen. Nach der Entdeckungsreise durch die Wohnung wanderte der Blick nach draußen, über den Strausberger Platz und ich ließ mich auf ein Sofa fallen. Dort verging die Zeit viel zu schnell, in guten Gesprächen vertieft. So lernte ich einige neue künstlerische Positionen als auch Gäste kennen. Der Kunstzirkel verdichtete sich hier. 

Ich bin gespannt auf die neue Location der Sammlung Roosen-Trinks und bin ganz sicher, dass es der meisterlichen Gastgeberin wieder gelingen wird, Gäste aus den unterschiedlichsten Bereichen über die Kunst zu verbinden.

Lennart Grau, Künstler

Ich lernte Ingrid Roosen-Trinks 2010 kennen. Ich erinnere mich nicht mehr genau wo. Ich weiß nur, dass ich ihr bei diesem Treffen von meinem Bühnenstück Windows erzählte und ich weiß, dass ich diesen Soloabend wenige Monate später in Venedig am Vorabend der Oscars in Los Angeles gespielt habe. Ingrid Roosen-Trinks hat neben Ihrer Liebe zu großen Motorrädern eine Leidenschaft und unfassbare Fähigkeit: Menschen zusammenzubringen und Ideen seien sie noch so abwegig, mit all ihrer Leidenschaft zu realisieren.In ihren Salons in Berlin brachten sie und ihr Mann Helmut Trinks, den ich nur mit Cäptn anspreche, Künstler und Interessierte in einem Loft zusammen. Bei Ihnen zu Hause saß man umgeben von Kunst, umgeben von Unbekannten und Bekannten, die eines verband – die Neugier auf Neues und die Freundschaft zu Ingrid Roosen-Trinks und Helmut Trinks. Mit den beiden erlebt man Außergewöhnliches, trifft auf wunderbare Menschen und kehrt immer bereichert nach Hause zurück. Und jetzt in Schleswig-Holstein. I can‘t wait!“

Clemens Schick, Schauspieler

Eine sehr persönliche Sammlung aus Berlin geht aufs Land und will dort gesehen und wahrgenommen werden. Gängige Klischees und Vorurteile können dabei aufeinandertreffen. Da ist es dann mal die Arroganz der Städter oder die Engstirnigkeit der DörflerInnen oder auch umgekehrt! Vermittlung, Dialog und Reflexion sind also ein wesentlicher Faktor. Neue Strukturen und ein Begegnungsort entstehen, die oft in ländlichen Gemeinden fehlen oder weggebrochen sind. Es wird internationale zeitgenössische Kunst gezeigt, die Basis für weitere innovative Projekte, Workshops, einen möglichen Skulpturengarten und auch partizipative Projekte ist. Die gesellschaftliche Funktion von Kunst rückt dabei in den Fokus.

Corinna Koch, Kuratorin, CEO Curatorial

Das Thema der ersten Ausstellung der Sammlung Roosen-Trinks auf dem Wittkielhof ist so aktuell wie zeitlos: Masken und Menschen. Es ist nur ein Aspekt dieser Thematik, wie sehr uns das Corona-Virus das Fehlen und die Bedeutung von gemeinsam erlebter Kultur vor Augen geführt hat. Für Ingrid Roosen-Trinks und für die Region geht ein großer Traum in Erfüllung. Ein Traum, der die Lebendigkeit von Musik, Kunst und menschlicher Begegnung lebt. Denn Ingrid Roosen-Trinks möchte inspirieren und bewegen: Ihre Ausstellungen und Kunstevents werden neuer kulturellerer Treffpunkt der Region – was für ein Gewinn für Schleswig-Holstein! Ingrid Roosen-Trinks, wird es sich nicht nehmen lassen, so oft wie möglich auf dem Wittkielhof persönlich anwesend zu sein – mit seiner romantischen Parkanlage, die sich in ihren sprudelnden Gedanken schon jetzt zu einem Skulpturenpark entwickelt hat.

Stefanie Busold, Kunstberaterin & Repräsentantin von Sotheby’s in Hamburg für Norddeutschland